Eine sich wandelnde Ausstellung zur Stille und dem Schweigen in der Ökonomie des Klosters Bentlage Rheine - IST BIS 20. JUNI 2021 VERLÄNGERT!!!

Ausstellungsdauer 21.12.2020 - 20.06.2021 verlängert!   

Idee und Konzept: Stephan US

Beteiligte Künstler: Alphonse Allais (F), Ralf Emmerich, Susanne Görtz, Ralf Haarmann, Amira Hammami, Werner Henkel, Christiane Hommelsheim. Kurt Johannessen (NOR), Antoni Karwowski (PL), Shabnam Parvaresh, Sabine Seume, Stephan US, Martine Viale (F), Elke Werner, Thomas Wrede, u. A.

webStill

 

 

 

 

 

 

 

 

Pssssst! ... Pssssst! ... Stille ... Stille wird im Wörterbuch als Ruhe, Bewegungslosigkeit, Stillstand oder als Schweigen beschrieben. Das Adjektiv still wiederum wird durch eine Reihe von Negationen definiert: keine Stimmen, kein Sprechen und Geräusch, keine Handlung. Die Begegnung mit der Stille kann ein Gefühl tiefer Ruhe erzeugen, sie kann aber auch gleichzeitig als quälende Unruhe empfunden werden. 

Dieses prozesshafte Spannungsfeld erforscht die Ausstellung „Pssssst! – Still wird es gewesen sein“in der Ökonomie des Klosters Bentlage in Rheine. Die Ausstellung ist schon seit Dezember letzten Jahres aufgebaut und erforschte seitdem die Stille ohne Besucher. Doch nun können sich ab Donnerstag 11. März Neugierige direkt der Erfahrung der Stille mit all’ ihren Widersprüchen hingeben. Die sich ständig wandelnde Präsentation von Stephan US und vielen beteiligten internationalen Künstler*innen versucht ein facettenreiches Spiel von der Geburt, hier zum Beispiel die filmische Arbeit „First memory“ des norwegischen Künstlers Kurt Johannessen, bis hin zum Tode, wie die bearbeiteten Medienfotos „Digitale Totentücher“ von Stephan US, zu eröffnen. Wie politisch Stille sein kann, zeigen Fotografien von Ralf Emmerich aus Münster. Unter dem Titel „Engel“, dass im syrischen Palmyra entstand, oder „Lampedusa“ finden Orte, die in unserer Zeit medial und emotional überladen sind, im Betrachten einen Moment der Ruhe. Den medialen Nachrichten und ihrem Lärmen nimmt sich die performative Arbeit „News“ des polnischen Künstlers Antoni Karwowski an. Der „Stumme Gong“ von Werner Henkel zeigt ein Todesbild mit einer zeitlosen Präsenz unseres ängstlichen Schweigens und paradoxen Handelns uns selbst und der Welt gegenüber. Eine persönliche Landkarte der Stille zeichnet die französisch-kanadische Künstlerin Martine Viale mit ihrer videographisch-räumlichen Installation „Cartography of an action“. Einen ganz anderen Augenblick der Stille beschreibt die Arbeit „Die Vögel stehen in der Luft und schreien“ des Münsteraner Fotografen Thomas Wrede. Ein Moment des leibhaftigen Stillstands scheint als leuchtende, fast immateriell engelhaft wirkende Erinnerung vor einem kosmischen Schwarz auf. Die Münchener Fotografin Susanne Görtz widmet sich in der Serie „Knaller“ hingegen dem Augenblick des Verstummens. Einen klanglichen Raum in alle Richtungen des Ausstellungsraumes erzeugt die Text-Klang-Installation „united silence“ von Stephan US mit dem Atem von 10 Menschen. Von meditativer Harmonie bis beunruhigende Kakophonie spielt sich das Spektrum der Stille in die Ohren der Hörer. Im Nebenraum der Ökonomie steht das Herzstück der künstlerischen Arbeit von Stephan US: das Archiv des Nichts.  Rund 3600 Beiträge umfasst zur Zeit die Sammlung. Vieles davon wurde ihm von Menschen auf seinen Reisen mit dem Archiv des Nichts geschenkt und natürlich auch jetzt zur Corona-Zeit zugesandt. Und es wächst weiter zur Fülle des Nichts durch Beiträge der Besucher*innen vor Ort und durch Aktionen und Performances des Künstlers und eingeladene Künstler*innen. Von März bis April wachsen weitere Arbeiten zum Thema Stille aus Butoh-Tanz, performativer Installation oder konzertanter Aktion live in die Ausstellung ein.Die Ausstellung ist der Versuch den Moment der Stille als Ereignis in Zeit und Raum erfahrbar zu machen und die Stille wieder ins Leben zu holen. 

Veranstalter | Kulturelle Begegnungsstätte Kloster Bentlage

Öffnungszeiten | Di-Sa 14-18 Uhr, So & feiertags 10-18 Uhr

Sonderöffnungszeiten NeujahrInformation | 05971 918 468

www.kloster-bentlage.de

Pssssst! wird gefördert durch Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Regionale Kulturpolitik NRW, Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NRW e.V., Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung, Kulturamt der Stadt Münster, Kloster Bentlage Rheine