| Die Präsenz der Abwesenheit
In unserer Zeit der mobil-digitalen Kommunikationstechnologie stellt sich immer wieder die Frage: „Wo ist sie?“, „Wo ist er?“ „Wo bist Du?“. Diese Fragen nach dem real existierenden Menschen und das Bemühen um die Verortung seiner Abwesenheit sind die am häufigsten gestellten Fragen bei Telefonaten mit Mobiltelefonen. Und wer kennt nicht die Abwesenheitsnotizen als Antwort auf eine E-Mail, die elektronische Stimme, die auf einen Anruf folgend
sagt: „The person you´ve called is not available“ oder den schon fast antiquierten Anrufbeantworter, der einem erzählt, dass die Person nicht da ist.
Jeder kennt auch den nächtlichen Blick in die Dunkelheit und wird vom Antlitz der Sterne verzaubert, nur sind diese, obwohl wir sie sehen, überhaupt noch da?
Und wo ist die Krise? Ist sie da? Und wenn ja, warum bekommt mein Nachbar sie nicht mit? Sie ist doch so groß?
Andererseits kann auch die Abwesenheit eine höhere Präsenz schaffen, zum Beispiel, wenn wir vor Sehnsucht nach einer geliebten Person schmachten und diese weit entfernt,
fast unerreichbar, gerade vielleicht ebenfalls schmachtet. Aber auch der Tod eines geliebten Menschen schafft häufig eine besondere Präsenz der Abwesenheit. Durch den Tod und folglich der Abwesenheit kann dieser Mensch so stark in das Bewusstsein treten, was manchmal zu Lebzeiten nicht erreicht wurde.
Dies alles sind Spuren der Präsenz der Abwesenheit und es gibt noch viele mehr.
Was ist also diese Abwesenheit, diese paradoxe? Wie spielt diese Abwesenheit mit der Präsenz? Ist das neu oder war es nicht schon immer so? Und was hat diese „neue/alte?“ Form der Abwesenheit für Folgen zum Beispiel auf unsere Kommunikation, unseren Körper, auf unsere soziale und seelische Befindlichkeit?
Viele Fragen tauchen auf, die für diesen Wettbewerb das Motiv sind. Jedoch sollen die Beiträge nicht wissenschaftlicher Art sein, sondern sich im literarisch-musikalisch-künstlerischem Spiel – in Deinem Beitrag – äußern.
Der Wettbewerb
Hast Du etwas zu der Präsenz der Abwesenheit zu sagen, darüber zu singen, einen Text, ein Gedicht, konkrete Poesie, eine Klangcollage oder ein Hörspiel im Kopf?
Setz' es um und spreche, singe oder spiele Deinen Beitrag vom 1. bis
31. Dezember 2009 unter der Telefonnummer 0251-6253824 auf den Wettbewerbsanrufbeantworter.
Der Anrufbeantworter wird Dich begrüßen: „The person you´ve called is not available…..” und schon kannst Du Deinen Beitrag auf dem Anrufbeantworter verewigen. Mehr zu dem Wettbewerb und wie du genau mitmachen kannst, dass erfährst Du Schritt für Schritt unter dem Menu
Ablauf.
Dein aufgenommener Beitrag mit dem typisch analogen Anrufbeantwortersound und entsprechenden Hintergrundgeräuschen wird dann digitalisiert und gesammelt. Aus den eingegangenen Beiträgen wählt Anfang 2010 die
Jury
die 10 besten Hörstücke aus. Mit dieser Auswahl wird dann die Audio-CD „Die Präsenz der Abwesenheit“ mit entsprechendem Booklet hergestellt, die jeder Preisträger natürlich als
Preis
erhält.
Also, wenn Du da bist, mach' mit!
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