Ein Bild kann ein röhrender Hirsch in Öl mit goldenem Rahmen, eine erzählte Geschichte, eine ausgeführte Handlung oder ein Klangbild sein. Doch vor dem Bild steht das
„…Nicht-Bild…“, der Gedanke, die Emotion, der Impuls ohne Ausdruck. Sobald diese einen
Ausdruck - eine kommunizierbare Plattform - finden, entsteht ein Bild. Wenn nicht, so bleibt dieses nicht realisierte Bild irgendwo in unserem Archiv liegen.
Fast jeder Künstler hat in seinem Kopfarchiv ein unrealisiertes Bild liegen. Vielleicht, weil die äußeren Bedingungen noch nicht
stimmen, vielleicht, weil es Werte verletzen könnte, vielleicht, weil es auch nie realisierbar sein wird oder..…….. . Utopien, Nicht-Orte, Visionen, Träume oder die einfachsten Bilder (so einfach,
dass man sie nicht zeigen mag) können der Stoff sein, aus dem die
„…Nicht-Bilder…“ bestehen.
In der Ausstellung ZERO – „...Nicht-Bilder...“ von KünstlerInnen verschiedenster Sparten und Ausdrucksformen wird nichts zu sehen sein. Lediglich Schilder mit dem Titel des
„…Nicht-Bildes…“, dem Namen des Künstlers und einer Kontaktmöglichkeit (Telefonnummer, Adresse und/oder e-mail) sind zu sehen. Der Besucher hat nun die Möglichkeit, sich dieses
„…Nicht-Bild…“ vorzustellen oder mit dem Künstler in Kontakt zu treten, sich dieses unrealisierte Bild erzählen, beschreiben zu lassen.
Diese Ausstellung ist der Versuch, die Geschichten der künstlerischen Arbeit an sich, ihre Möglichkeiten über die Möglichkeiten hinaus, dieses freischwebende faszinierende Potenzial zu „zeigen“.
Von folgenden Künstlern waren Werke in der Ausstellung ZERO –
„....Nicht-Bilder“ vertreten:
- „IKONE 03“ von Gregor Bohnensack (Münster)
- „Le pot doré (Hommage á Charles Raynaud)“ von BBB Johannes Deimling (Berlin)
- „Klavierschaukeln“ von Stephan Froleyks (Bedburg-Hau)
- „Münster, 10.10.2003, 19.46.58 Uhr, Foyer cuba-cultur“ von Bernd Hinzelmann (Köln)
- „stille zeugen“ von Walli Höfinger (Berlin/Rathenow)
- „Korridor“ von Helge Meyer (Lengede)
- „Hirntöne“ von Anna Stern (Münster)
- „LIFEservice“ von LIFEservice/Piet Trantel (Bremen)
- „Goliath“ von Henri Unsenos (Münster)
- „ “ von Stephan US (Münster)
- „Berührte Luft“ von Cristin Wildbolz (Amsterdam/NL)
ZERO – „...Nicht-Bilder...“ - Eine Gebrauchsanleitung:
1. Möglichkeit
Sie lesen den Titel und entdecken das unsichtbare Potential, ein „...Nicht-Bild...“.
2. Möglichkeit
Sie lesen den Titel und möchten das „...Nicht-Bild...“ des Künstlers erfahren. Dann treten Sie mit dem Künstler in Kontakt und lassen sich das
„...Nicht-Bild...“ beschreiben.
Titel, Künstlername und Kontaktadresse finden Sie auf den Schildern bzw. auf ausliegender Künstlerliste. Diese Liste können Sie mitnehmen, damit Sie auch zu Hause etwas davon haben.
Zu beachten:
- Wenn Sie sich zu einem telefonischen Kontakt per Handy entscheiden, stellen Sie sich vor das entsprechende
„...Nicht-Bild...“ im Foyer und hören der Beschreibung zu.
- Wenn Sie sich zu einem telefonischen Kontakt von einem anderen Ort aus entscheiden, stellen Sie sich dort vor eine leere weiße Wand und hören der Beschreibung zu.
- Beim Kontakt per Email oder auf postalischem Wege lesen Sie sich den Text vor einer leeren weißen Wand vor.
3. Möglichkeit
Sie sehen eine leere weiße Wand.
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